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Logistik
Logistik ist die Wissenschaft und Praxis der Planung, Steuerung, Durchführung und Kontrolle von Güter-, Informations- und Personenflüssen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – also vom Ursprung bis zum Endverbraucher.
Einfach erklärt:
Logistik sorgt dafür, dass das Richtige zur richtigen Zeit am richtigen Ort in der richtigen Menge und Qualität zu möglichst geringen Kosten ankommt.
Die Hauptaufgaben der Logistik:
1. Transport – Bewegung von Gütern von A nach B (z. B. mit LKW, Bahn, Schiff, Flugzeug).
2. Lagerung – Aufbewahrung von Gütern bis zur weiteren Verwendung.
3. Umschlag – Umladen von Gütern zwischen verschiedenen Transportmitteln.
4. Kommissionierung – Zusammenstellen von Produkten je nach Bestellung.
5. Verpackung – Schutz und Vorbereitung von Gütern für Transport und Lagerung.
6. Informationsfluss – Steuerung und Überwachung aller Bewegungen und Prozesse.
Bereiche der Logistik:
• Beschaffungslogistik: Material vom Lieferanten ins Unternehmen bringen.
• Produktionslogistik: Versorgung der Produktion mit Material.
• Distributionslogistik: Fertige Produkte zum Kunden bringen.
• Entsorgungslogistik: Abfall, Verpackungen oder Rücksendungen abwickeln.
• Retourenlogistik: Umgang mit Rücksendungen und Reklamationen.
• Ersatzteillogistik: Schnelle Lieferung von Ersatzteilen.
Warum ist Logistik wichtig?
Ohne funktionierende Logistik gibt es leere Regale, Produktionsausfälle und unzufriedene Kunden. In einer globalisierten Welt ist sie entscheidend für Wettbewerbsfähigkeit, Effizienz und Nachhaltigkeit.
Beispiel: Logistik im Lebensmittelmarkt – Erdbeeren
1. Beschaffungslogistik
Ein Lebensmittelmarkt bezieht Erdbeeren von regionalen oder internationalen Erzeugern. Die Bestellung erfolgt rechtzeitig unter Berücksichtigung von Reifezeit, Haltbarkeit und erwartetem Kundenbedarf. Die Koordination mit Lieferanten ist entscheidend, um pünktliche und frische Lieferungen sicherzustellen.
2. Transportlogistik
Die Erdbeeren werden vom Erzeuger zum Zentrallager transportiert, häufig in gekühlten Fahrzeugen, um die Kühlkette einzuhalten. Dort erfolgt die Zwischenlagerung, anschließend werden die Produkte weiter in die einzelnen Filialen verteilt – in der Regel ebenfalls unter Einhaltung spezifischer Temperaturanforderungen.
Im Zentrallager werden die Erdbeeren kommissioniert, das heißt nach Filialbedarf zusammengestellt. Es wird auf eine schnelle Umschlagszeit geachtet, um Verderb zu vermeiden. Prinzipien wie „First In – First Out“ (FIFO) sorgen dafür, dass ältere Ware zuerst ausgeliefert wird.
4. Distributionslogistik
Die Verteilung an die Märkte erfolgt über firmeneigene oder beauftragte Logistikdienstleister. Die Anlieferung erfolgt meist in den frühen Morgenstunden, damit die Ware zum Ladenbeginn verkaufsbereit ist. Die Liefermenge basiert auf Verkaufsstatistiken, saisonalen Schwankungen und prognostiziertem Kundenverhalten.
5. Filiallogistik
In der Filiale werden die Erdbeeren vom Lagerbereich ins Verkaufsregal gebracht. Mitarbeitende überprüfen die Ware auf Frische und Qualität. Eine ansprechende Präsentation sowie laufende Kontrolle auf Verderb sind Teil des Prozesses.
6. Entsorgungslogistik
Nicht verkaufsfähige oder überschüssige Erdbeeren werden aussortiert. Entweder erfolgt eine Rückführung zur Weiterverwertung (z. B. für Biogasanlagen) oder eine umweltgerechte Entsorgung. Transportbehälter und Mehrwegverpackungen werden ins Lager zurückgeführt und erneut verwendet.
Zusammenfassung
Die Logistik im Lebensmittelhandel umfasst alle Schritte von der Bestellung über Transport, Lagerung und Verteilung bis hin zur Warenpräsentation und Entsorgung. Ziel ist es, verderbliche Ware wie Erdbeeren frisch, bedarfsgerecht und effizient zum Endkunden zu bringen – unter Einhaltung von Qualitätsstandards, Zeitvorgaben und Nachhaltigkeitsaspekten.